Der Entwurf des zweiten Mastersemesters verdichtet die Stuttgarter Innenstadt im Bereich der Hauptstädter Straße. Ein schlankes Hotelhochhaus setzt den Schlusspunkt eines städtebaulichen Ensembles und bringt dringend benötigte Nutzungsmischung in einen heute vom Verkehr dominierten Stadtraum.
Der Österreichische Platz – früher Lindleplatz, heute eine Restfläche unter der Stadtautobahn – wird durch ein neu gestaltetes, öffentliches Erdgeschoss wieder für Fußgänger zugänglich. Das Haus öffnet sich zum Stadtgefüge und verbindet die bislang durch die Straße getrennten Stadtteile.
Ein Turm als Auftakt, ein durchlässiger Sockel als Naht im Stadtraum.
Dokumentation
Städtebau & Hochhaus
Die heute bis zu elfspurige Hauptstädter Straße zerschneidet das Quartier und ist für Passanten kaum erreichbar. Der Entwurf fasst die Kante neu: ein Turm markiert den Auftakt, ein durchlässiger Sockel knüpft die getrennten Stadtteile wieder zusammen.
Vertikal staffelt sich das Programm vom öffentlichen, gastronomisch belebten Erdgeschoss über Lobby und Verwaltung bis zu den Gästezimmern und einer Gastronomie mit Aussicht im Kopf des Hochhauses.
Vom Sockel bis zur Panorama-Bar
Von unten nach oben liest sich das Haus als vertikaler Stapel: ein öffentliches, gastronomisch belebtes Erdgeschoss legt sich an den Platz, darüber schichten sich die Hotel-Regelgeschosse mit ihren Zimmern um zwei durchlaufende Kerne, bis der Turmkopf mit der Panorama-Bar auf Ebene 15 den weiten Blick über Stuttgart öffnet. Der Schnitt zeigt die schlanke Figur über dem durchlässigen Sockel.
Der Fassadenschnitt legt die Konstruktion offen: ein Sichtmauerwerk aus Klinker (Normalformat, wilder Verband) als hinterlüftete Vorsatzschale, dahinter Dämmung und tragender Stahlbeton. Die Böden bestehen aus Marmorplatten (1500 × 1500 × 20 mm) auf bauteilaktivierten Stahlbetondecken, die Fassade aus dreifachverglasten Fensterelementen – ruhige, dauerhafte Materialien für ein Haus, das lange bestehen soll.